Beim Steildach besteht der Aufbau des Dachstuhls in der Regel aus Sparren und Pfetten. Als Sparren bezeichnet man in Dachkonstruktionen die tragenden Balken, die vertikal von der Traufe zum First verlaufen. Pfetten sind die horizontal verlaufenden Hölzer, die die Dacheindeckung tragen.
Grundsätzlich unterscheiden sich zwei Arten der Dämmung des Dachstuhls:
Außenseitige Dämmung auf den Sparren
Die bereits erwähnte Aufsparrendämmung ist das effektivste und bauphysikalisch optimale, aber auch aufwendigste Dämmverfahren, weil dafür das Dach abgedeckt werden muss. Sie lohnt sich, wenn:
- Deine Dacheindeckung undicht geworden ist und sowieso altersbedingt erneuert werden muss,
- Du eine Indach-Photovoltaikanlage
- und/oder eine Dachaufstockung zum Wohnraumgewinn planst.
Innenseitige Dämmung zwischen und unter den Sparren
Hierbei ist die äußere Dachhülle nicht beeinträchtigt; die Dämmung kann witterungsunabhängig und wirtschaftlich von innen erfolgen.
Die Dämmung zwischen den Sparren (1) ist das wohl bekannteste Verfahren zur nachträglichen Dämmung. Etabliert haben sich die einfach zu verarbeitenden Mineralwolle- oder Holzfaser-Klemmfilze und -matten, die ohne zusätzliche Befestigung zwischen die Sparren geklemmt werden (2).


Was beachtet werden muss:
Je nach Dämmmaterial und Unterkonstruktion muss der Dämmstoff ggf. vor einem Eindringen von Feuchtigkeit geschützt werden. Dann ist der Einbau einer diffusionshemmenden Dampfbremse (3) und diffusionsoffenen Unterspannbahn erforderlich, damit Dämmleistungsverluste und Schimmelbildung verhindert werden. Schornsteine, Dachfenster und alle anderen Bauteile, die die Dampfbremse durchdringen, müssen zusätzlich abgeklebt werden (4).


Da bei der Zwischensparrendämmung die Sparren die Dämmebene unterbrechen, kann zur Vermeidung von Wärmebrücken die Dämmung durch eine zusätzliche Schicht unter den Sparren (5) erweitert werden. Dies führt zu einer deutlichen Verbesserung des Wärme-, Schall- und sommerlichen Hitzeschutzes und lohnt sich insbesondere, wenn das Dachgeschoss nutzbar ist und Du es ausbauen willst (6).


Rockwool Klemmrock Zwischensparrendämmung
Klemmfilze und -matten aus Mineralwolle
Mineralwolle zeichnet sich durch Top-Dämmeigenschaften in Bezug auf den Wärme-, Schall- und Brandschutz aus. Sie erfüllt hohe Anforderungen und bietet höchsten Brandschutz: Baustoffklasse A1, nicht brennbar. Mineralwolle ist diffusionsoffen, langlebig und heute auch recycelbar.
Mineralwolle bezeichnet Dämmstoffe aus Mineralfasern, insbesondere Stein- und Glaswolle. Steinwolleprodukte haben in der Regel eine höhere Rohdichte und sind daher meist dimensionsstabiler. Sie bieten ebenso leicht bessere Schall- und Brandschutzeigenschaften (Schmelzpunkt > 1.000 °C), glimmen nicht und sind nicht entzündbar. Durch die ständige Weiterentwicklung der Produkte durch die Hersteller verschwimmen die Unterschiede aber zunehmend, sodass heute auch Glaswolleprodukte über vergleichbare Eigenschaften verfügen können.



Klemmmatten aus Holzfaser
Sie werden aus dem nachwachsenden, PEFC-zertifizierten und weitestgehend biologisch abbaubaren Rohstoff Holz hergestellt. Holzfaser-Dämmmatten bieten eine gute Wärme- und Schall-Dämmleistung, die nur geringfügig unter der von Mineralwolle liegt.
Ihre spezifische Wärmekapazität ist der mineralischer Dämmstoffe überlegen, was bedeutet, dass Holzfaser-Dämmmatten einen gesteigerten sommerlichen Hitzeschutz bieten.
Sie sind hochgradig diffusionsoffen und kapillaraktiv, d. h. wassertransport- und -speicherfähig. Sie können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben – das unterstützt ein angenehmes, gesundes Raumklima: Raumfeuchte wird ausgeglichen, das hilft, Schimmel zu vermeiden.



