Zum Inhalt springen Zum Navigationsmenü springen
16. Juni 2022  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

Naturwerksteine sicher verlegen

von  PCI | 7 Min. Lesezeit | #Naturwerksteine  #Innenausstattung  #Verlegung  #Verfugung  #Textur 

Naturhandwerk - Unverwechselbar und vielfältig

Naturwerksteine sicher verlegen mit den Produkt- und Systemlösungen der PCI-Carra-Linie

Der unverwechselbare Charakter von Naturwerksteinen verleiht jedem Raum eine besondere und luxuriöse Atmosphäre. Die natürlichen Einschlüsse, die unregelmäßigen Zeichnungen und die warmen Farben machen jede Platte zu einem Unikat und den so entstehenden Belag zu einem exklusiven Detail der Innenausstattung eines jeden Gebäudes. Auch auf Terrassen und Balkonen oder bei großflächigen städtischen Außenanlagen erfreut sich Naturwerkstein immer größerer Beliebtheit.

Bei der Verlegung von Naturwerksteinen ist jedoch eine genaue Kenntnis der unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Steine unerlässlich. Auch müssen die bei der Verlegung und Verfugung der Platten verwendeten Materialien in ihrer Qualität und ihren spezifischen Eigenschaften auf die besonderen Ansprüche der jeweiligen Naturwerksteine abgestimmt sein.

Die PCI Augsburg GmbH verfügt als führender Hersteller bauchemischer Produkte über jahrzehntelange Erfahrung und ein umfangreiches Know-how in der Natursteintechnik. So wurde mit dem PCI-Carra-System eine Produktlinie für den Profi-Verarbeiter entwickelt, die mit nur wenigen, perfekt aufeinander abgestimmten Produkten die spezifischen Eigenschaften und Anforderungen eines jeden Natursteins berücksichtigt.

Naturwerkstein sicher verlegt

Einzigartigkeit in Stein gemeißelt

Die Welt der Natursteine ist vielfältig. Kein Stein gleicht dem anderen. Farbe und Textur fallen unterschiedlich aus und unterstreichen den individuellen, natürlichen Charakter dieser dekorativen Werkstoffe. Durch die Kombination unterschiedlicher Druckkräfte, Temperaturen und Mineraliengemische bildeten sich über die Jahrmillionen weltweit tausende von Gesteinsarten aus. Aufgrund der gesteigerten Nachfrage und des weltweiten Handels gelangen heute sogar Natursteine aus entfernten Ländern wie China und Brasilien in die Wohn- und Badezimmer des Privatkunden oder auf öffentliche Plätze.

Die Gestein-Klassierung

Die schwierige Aufgabe von Fliesenlegern, Steinmetzen und der Bauchemie besteht darin, eine verfärbungsfreie, ausblühsichere Verlegung mit dauerhafter Anhaftung auszuführen. Um das Verfärbungs- und Ausblühpotential von Gesteinen abschätzen zu können, ist eine Klassierung in die drei folgenden Gesteinsarten hilfreich

Erstarrungsgesteine (magmatische Gesteine)

Diese Gesteine entstehen aus Schmelzen durch Kristallisation entweder in der Erdkruste (Plutonite, Tiefengestein) oder an der Erdoberfläche (Vulkanite, Ergusssteine). Als typische Vertreter können Granit und Gabbro bzw. Porphyr und Basalt aufgezählt werden. Tiefengesteine (Plutonite) zeigen aufgrund ihrer geringen Porosität und Zusammensetzung nur selten Ausblühungen, während Ergussgesteine (Vulkanite) hohe Porosität aufweisen können.

Sedimentgesteine

Die Bildung von Schichtgestein kann durch Verwitterung, Verfrachtung und anschließender Sedimentierung (z. B. Sandstein, Tonschiefer) bereits vorhandenen Gesteins oder durch Kalkablagerung aus Wasser (z. B. Kalkstein, Travertin) erfolgen. Insbesondere die Kalksteine, wie Jura-Kalkstein (Handelsname Jura-Marmor) oder Solnhofener Platten, enthalten organische farbige Bestandteile, wie Huminsäuren, Harze, Bitumen etc., die durch Umwandlung von Lebewesen und Pflanzen entstanden sind. Diese organischen Einschlüsse können erhebliche Verfärbungen an der Oberfläche der verlegten Natursteinplatten hervorrufen. Darüber hinaus liegt in den Kalksteinen oft freier Kalk vor, der zu Ausblühungen führen kann.

Abbau von Rohstoffen

Umwandlungsgesteine (metamorphe Gesteine)

Durch nachträgliche Umwandlung von Sedimentgestein bzw. Magmatiten entstehen Paragneise bzw. Orthogneise. Der Umwandlung geht ein Absinken des Ausgangsgesteins in tiefere Erdformationen voraus, wodurch gewaltige Drucke und Temperaturen auf das Gestein einwirken. Quarzit, Schiefer und Marmor sind die bekanntesten Vertreter der Paragneise, während Serpentinite durch Umformung von Magmatiten gebildet werden und somit den Orthogneisen zugerechnet werden müssen.

Marmor in weiß/grau

Ausblühungen - Verfärbungen - Verformungen

Was ist zu beachten?

Alle drei Gesteinsarten können durch die Verwendung ungeeigneter Verlegematerialien oder durch im Gestein selbst enthaltene farbige Einschlüsse, wie Eisensalze oder organische Bestandteile, zu erheblichen Verfärbungen führen. Grundvoraussetzung für das Auftreten von Verfärbungen ist die längere Einwirkung von Wasser bzw. Alkalität auf den Naturstein. Neben Verfärbungen kann Wasseraufnahme bei sogenannten Kunststeinen, aber auch bei Natursteinen, insbesondere bei Serpentiniten (z. B. Alpe Verde) zu Verformungen führen.

Verfärbungen und Ausblühungen

Ausblühungen werden durch Wanderungsprozesse von Calciumhydroxid an die Plattenoberfläche erzeugt. Dort reagiert es mit dem in der Luft vorhandenen Kohlendioxid, und es bildet sich Calciumkarbonat. Dagegen werden Verfärbungen von im Naturstein vorhandenen verfärbenden Substanzen verursacht.

Diese können anorganischer oder organischer Natur sein:

  • anorganisch (z.B. Eisenverbindungen: Pyrit, Eisenhydroxid)
  • organisch (bituminöse Stoffe, Huminsäuren, Harze)

Wenn auch der mengenmässige Anteil dieser Stoffe bezogen auf die Gesteinsmasse nur sehr gering ist, können daraus trotzdem erhebliche Schäden entstehen. Die treibende Kraft hierbei ist immer das Wasser. Aus diesen Gründen sind bei der Verlegung von Naturwerkstein-Belägen vorzugsweise schnellabbindende Verlegemörtel einzusetzen. Diese benötigen in der Regel eine geringere Anmachwassermenge als normal abbindende Mörtel. Durch die schnellere Wasserbindung des zementären Systems wird die Einwirkzeit des Wassers auf das Gestein und damit das Schadensrisiko erheblich reduziert.

Verformungen

Natursteine können zu Verformungen neigen. Die Ursachen dafür liegen in der mineralischen Struktur des Materials begründet. Bekannt für die Neigung zum Verformen, dem so genannten Schüsseln, sind beispielsweise die Serpentinite. Das Maß der Verformung einer Natursteinplatte ist von einer Vielzahl von Einflüssen abhängig. So spielen beispielsweise die Gesteinsart, die Plattendicke und die Plattenabmessung des Materials ebenso eine Rolle wie zum Beispiel die Einwirkdauer des Anmachwassers aus dem Verlegemörtel.

Die Kenntnis der Neigung eines Gesteins zu Verformungen vor Beginn der Verlegearbeiten kann vor unliebsamen Überraschungen schützen. Günstig ist es, ein Gestein bereits vor der Planungsphase hinsichtlich der Verformungsneigung zu testen. Ist die Verformungsneigung eines Materials zu groß, kann es nur mit wasserfreien Verlegesystemen (z. B. Reaktionsharz-Systemen) verlegt werden.

Verlegen und Verfugen

Naturwerksteine

Naturwerksteine lassen sich auf festen und ebenen Untergründen unproblematisch verlegen. Entsprechende Produkt- und Systemlösungen, die einen dauerhaften Haftverbund und die Vermeidung von Verfärbungen und Ausblühungen gewährleisten, werden hier vorgestellt und erklärt. Ein guter Haftverbund wird allgemein durch kunststoffmodifizierte Verlegemörtel erzielt. Ausblühungen und Verfärbungen können durch einen geringen WasserZement Wert und schnelle Wasserbindung durch den Mörtel verhindert werden.

Bei stark saugenden Naturwerksteinen darf der Verlegemörtel keinesfalls überwässert angerührt werden. Zur Gewährleistung eines schnellen Abbindeprozesses ist eine Verlegetemperatur von mindestens + 15 °C zu empfehlen. Insbesondere bei stark saugenden Gesteinsarten, wie Juramarmor aber auch Padang Granit, muss aus optischen Gründen auf eine hohlraumfreie Verlegung geachtet werden, da sich sonst Mörtelstege und Mörtelbatzen als dunkle Verfleckungen auf der Plattenoberfläche abzeichnen.

Wartebereich auf grauen, großflächigen Fliesen

Bei Verwendung von Dünn- und Mittelbettmörteln erfolgte die hohlraumfreie Verlegung mittels dem kombinierten Verfahren (Buttering-Floating). Bei durchscheinenden Naturwerksteinplatten, wie z. B. Bianco Carrara, ist zusätzlich auf Spezialverlegemörtel auf Basis von Weißzementen zurückzugreifen. PCI deckt mit dem kompletten Produktsortiment der Carra-Linie die verschiedensten Anforderungen bei der Verlegung aller Naturwerksteine ab. Abhängig vom Format und der Beschaffenheit des Materials bzw. Untergrunds werden Naturwerksteine entweder im Dünn-, Mittel- oder Dickbett verlegt.

Verlegen im Dünnbett

Kalibrierte Naturwerksteine, also Platten mit gleicher Dicke, können im Dünnbettverfahren verlegt werden. Geeignet für die Verlegung an Wand und Boden – weißes Kleberbett, kunststoffvergütet.

  • PCI Carraflex

Verlegen im Mittelbett

Die Mittelbettverlegung vereint die Vorteile der Dünn- und Dickbettverlegung. So können inbesondere großformatige, unkalibrierte Platten verlegt werden; gleichzeitig lassen sich Toleranzen im Untergrund oder Belag ausgleichen. Geeignet für die Verlegung an Wand und Boden, innen und außen.

  • PCI Carrament grau
  • PCI Carrament weiß

Verlegen im Dickbett

Bei einer sehr unregelmäßigen Verlegefläche oder Platten mit ungleichmäßiger Stärke kommt die Dickbettverlegung zum Einsatz, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

  • PCI Carraroc

Bei allen Verlegearten ist darauf zu achten, dass der Naturwerkstein rückseitig mit einer dünnen Kleberschicht abgezogen wird. Dadurch ist ein optimaler Haftverbund und eine sichere Verlegung gewährleistet.

Graue Fliesen werden verfugt

Verfugen

Für das Verfugen von Naturwerksteinplatten sind speziell dafür ausgewiesene Fugenmörtel zu verwenden.

  • PCI Carrafug, Fugenbreite 1 - 8 mm
  • PCI Nanofug Premium, Fugenbreite 1 - 10 mm Elastische Fugen-Dichtstoffe müssen weichmacherfrei sein, um Verfärbungen des Naturwerksteinbelages zu vermeiden.
  • PCI Carraferm
PCI Logo

PCI

Zur PCI Gruppe gehören die Marken PCI und Thomsit. PCI bietet Lösungen für die Verlegung von Fliesen- und Natursteinbelägen sowie Pflasterbelägen. Auch für die Betonreparatur und Bauwerksabdichtung bis hin zur Bodenschichtung hat PCI überzeugende Produkte und Produktsysteme. Thomsit ist die dynamische Marke für die Fußbodentechnik. Seit 2017 Teil der PCI Gruppe, hat sie ein top aktuelles Produktsortiment für alle Anforderungen der Bodenverlegung.

Benötigte Artikel (2)

Artikel teilen

Das könnte Sie auch interessieren

3. Mai 2026
von baumit | 4 Min. Lesezeit

Baumacol ist die Boden- und Fliesenverlegetechnik von Baumit – entwickelt für Profis, die jeden Tag höchste Ansprüche an Qualität, Sicherheit und Verarbeitung stellen. Das durchdachte System deckt alle Arbeitsschritte der modernen Fliesen‑ und Bodenverlegung ab: von der Untergrundvorbereitung über Ausgleich, Entkopplung und...

30. März 2026
von textbroker | 7 Min. Lesezeit

Wer plant, sein Bad zu modernisieren, der Küche einen frischen Look zu verpassen oder den Wohnbereich neu zu gestalten, der steht nicht nur vor einer riesigen Auswahl, sondern auch vor einer spannenden Frage: Welche Fliese passt zu mir, zu meinem Leben und damit auch...

14. Februar 2026
von textbroker | 8 Min. Lesezeit

Mehr denn je entwickelt sich das Badezimmer zu einem persönlichen Rückzugsort. Und die Zeiten, in denen das Bad ausschließlich funktionellen Zwecken diente, gehören der Vergangenheit an. Heute wird mit Farben, Materialien und Licht eine besondere...

Leider konnten keine Produkte gefunden werden
Das gewünschte Variantenprodukt befindet sich bereits in der Liste. Die zuvor gewählte Variante wurde aus der Liste entfernt.
Geben Sie hier Ihren Suchbegriff bzw. die Artikelnummer ein und wählen Sie die richtige Position aus der Vorschlagsliste aus. Nun können Sie die gewünschte Anzahl zum Warenkorb hinzufügen.
Tragen Sie hier bitte Ihre Bestellung ein