Die Auswirkungen des Klimawandels stellen eine erhebliche Herausforderung für das Ökosystem des deutschen Waldes dar. Gleichzeitig sind die Wälder wichtig für die Versorgung mit Rohholz, einem bedeutenden Bestandteil der holzbasierten Wertschöpfungskette in Deutschland. Im Jahr 2018 waren 735.000 Menschen im Cluster Forst und Holz tätig, die einen Umsatz von 135 Mrd. Euro generierten. Der Nachfrage nach Holz- und Holzwerkstoffen wird noch steigen, durch die absehbar höhere Verwendung von nachhaltigen und CO2 effizienten Werkstoffen.

Wälder sind viel mehr als nur Rohstofflieferanten. Sie bieten Freizeitmöglichkeiten und sind Lebensraum für eine Vielzahl von Arten in Flora und Fauna und sind bedeutend für Wasser-,Boden-,Klima- und Immissionsschutz und die Sauerstoffproduktion.
Der Klimawandel hat bereits deutliche Spuren hinterlassen.
Seit 2018 sind massive Waldschäden durch eine Kombination von Stürmen, Trockenheit und Borkenkäferbefall zu verzeichnen. Diese Phänomene haben die Wälder stark in Mitleidenschaft gezogen und stellen eine direkte Bedrohung für die Forstwirtschaft dar. Es wird geschätzt, dass seit 2018 rund 250 Millionen Kubikmeter Schadholz angefallen sind und etwa eine halbe Million Hektar neu aufgeforstet werden müssen. Das entspricht etwa einer Fläche, die doppelt so groß ist wie das Saarland. Die wirtschaftlichen Verluste, die den Forstbetrieben im Zeitraum von 2018 bis 2020 entstanden sind, werden auf ca. 12,7 Milliarden Euro taxiert.

Welche Holzarten sind besonders geschädigt?
Am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist die Fichte, die wirtschaftlich wichtigste Baumart in Deutschland. Durch ihr vorzeitiges Absterben geht ein hohes zukünftiges Rohholzpotential verloren. Insbesondere die ehemals ertragreichen Monokulturen der Fichte stehen zu 70 % auf Risikostandorten, bei der heimischen Buche sind es 34% der Flächen die durch die zunehmende Trockenheit beeinträchtig werden.

Wie kann der Wald nachhaltig umgebaut werden?
Die große Herausforderung liegt in der Anpassung des Waldes an die neuen klimatischen Bedingungen. Es wird notwendig sein, eine Anpassungsstrategie zu entwickeln, die den Wald widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen des Klimawandels macht. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Auswahl der Baumarten, die in Zukunft in unseren Wäldern wachsen sollen. Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik hat hierfür vier mögliche Strategien vorgeschlagen:
- Die Präferenz für Baumarten mit hoher Anpassungsfähigkeit trotz verringerter Produktivität
- Die Wahl von produktiven Baumarten trotz erhöhtem Anbaurisiko
- Die Kombination der beiden genannten Ansätze
- oder der komplette Rückzug aus dem aktiven Waldbau damit die Waldflächen sich eigenständig anpassen können.
Dann würden die Waldflächen aufgrund des notwendigen Anpassungszeitraumes für eine lange Zeit nicht für die Rohholzerzeugung genutzt werden können.
Die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Waldschäden durch den Klimawandel wird die Rundholzverarbeiter und den Holzhandel vor wiederkehrende Herausforderungen stellen. Es wird erhebliche Schwankungen in der Rohstoffversorgung geben, der Anteil an Schadholz wird noch weiter zunehmen. Große Teile der derzeitigen Fichtenbestände könnten dem Klimawandel zum Opfer fallen, was erhebliche Transformationen in der Forst- und Holzwirtschaft erforderlich macht.
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